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Hilft Cannabidiol (CBD) bei Krebs? Aktuelle Studien und Hinweise

Gepostet von Philipp 19.04.2018 0 Kommentare

Cannabidiol (CBD) ist bei Krebspatienten hilfreich:
Die Frage, ob die Einnahme von Cannabidiol (CBD) bei Krebspatienten hilfreich sein kann, kann positiv beantwortet werden. Der mögliche Nutzen von Cannabidiol bei Krebs muss jedoch differenziert betrachtet werden. Zum einen liegen eine Reihe von Studien vor, die dem Cannabidiol eine positive Auswirkung auf diverse typische Beschwerden von Krebspatienten bescheinigen. Zum anderen existieren verschiedene Hinweise, dass Cannabidiol auch das Krebswachstum hemmen kann. Was bedeutet das nun für einzelne Krebserkrankungen? Wann ist die Einnahme von Cannabidiol für Krebspatienten hilfreich? Was ist dabei zu beachten?
Wir widmen uns im folgenden Artikel der Beantwortung dieser Fragen. Hierfür werfen wir einen Blick auf die aktuellen Studien.
 
Cannabidiol bei Krebs:

Cannabidiol kann das Wachstum von Krebszellen beeinflussen! In letzter Zeit kursieren immer wieder Meldungen, dass Cannabidiol Krebserkrankungen beeinflussen kann. Was steckt dahinter? Bis jetzt stammen die Erkenntnisse dazu aus Tierversuchen oder aus Untersuchungen an isolierten Tumorzellen. Versuche, die die Wirksamkeit von Cannabidiol bei menschlichen Krebspatienten untersuchen, fehlen bisher leider.Bisherige Untersuchungen zeigten, dass Cannabidiol unter anderem das Wachstum von Leukämie-Zellen, Gebärmutterhals-, Brust- und Prostatakrebszellen hemmen kann.Wie bereits erwähnt, handelt es sich hierbei nicht um Studien, die an Menschen durchgeführt wurden. Was ihre Bedeutung für Krebspatienten betrifft, ist ihre Aussagekraft demnach eingeschränkt.Interessant sind die Wirkungen von Cannabidiol auf Krebszellen des Nervensystems. Hierbei seien die Versuche mit Neuroblastom-Zellen erwähnt. Beim Neuroblastom handelt es sich um eine häufige Krebserkrankung im Kindesalter.Auch beim häufigsten bösartigen Hirntumor, dem sogenannten Glioblastom, könnte Cannabidiol hilfreich sein.Leider liegen weder für Glioblastome noch für Neuroblastome klinische Studien vor. So kann nichts über die Wirksamkeit und optimale Dosierung bei Menschen ausgesagt werden. Bei Fällen mit schlechter Prognose kann eine Gabe von Cannabidiol trotzdem mit dem Arzt besprochen werden.

 

CBD mit Chemotherapien kombinieren?
Ein neuer Ansatz, um die krebswidrigen Eigenschaften von CBD auszunutzen, könnte die Kombination mit Chemotherapien sein. Hierzu gibt es erste Untersuchungen der Firma GW Pharmaceuticals, die unter anderem das bekannte Cannabis-Medikament Sativex herstellt. Bei einer ersten Studie erhielten Patienten mit einem Hirntumor zusätzlich zur Chemotherapie CBD und THC in Form des bereits erwähnten Präparates Sativex. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Die Überlebensrate konnte deutlich verbessert werden. Der Hersteller fühlt sich dadurch ermutigt, Sativex in Studien als Kombinationspräparat auch bei anderen Krebserkrankungen zusätzlich zur Chemotherapie zu probieren.
 
Cannabidiol (CBD) bei Übelkeit und Erbrechen:
Cannabidiol (CBD) kann bei Übelkeit und Erbrechen hilfreich sein. Genauer gesagt wirkt nicht Cannabidiol selbst, sondern seine carboxylierte Form, die Cannabidiol-Säure (CBDA).[8][9] Weitere Untersuchungen zeigten jedoch, dass CBD, CBDA und THC (Tetrahydrocannabinol) im Verbund wirksamer bei Übelkeit sind, als jeder der drei Wirkstoffe allein.
Cannabidiol ist bei Übelkeit und Erbrechen während der Chemotherapie weniger wirksam als THC. Eine Kombination von beiden Stoffen scheint jedoch sinnvoll zu sein. Diese Kombination liegt auf natürliche Weise in Cannabisblüten oder Cannabisblütenextrakten vor.
 
Cannabidiol (CBD) bei Mundschleimhaut-Entzündung (Mukositis):
Strahlen- oder Chemotherapien können die Schleimhaut im Mund schädigen. In der Folge kann es zu schmerzhaften Entzündungen kommen, bei denen die natürliche Mundflora (Bakterien) eine Rolle spielt. Es existieren Hinweise darauf, dass die entzündungshemmenden Eigenschaften von Cannabidiol bei Mukositis (Mundschleimhaut-Entzündung) die Entzündung und die Schmerzen lindern können.
 
Cannabidiol (CBD) bei Krebs:

Häufige Beschwerden von Krebspatienten
Cannabidiol kann bei verschiedenen Beschwerden von Krebspatienten hilfreich sein. Dazu zählen Schmerzen, Depressionen, Ängste und Schlafstörungen.
 
Cannabidiol (CBD) bei Schmerzen
Cannabidiol kann auch bei Schmerzen hilfreich sein. Dies beruht vor allem auf den entzündungshemmenden Effekten von CBD. Folglich ist CBD bei allen Schmerzen eine Option, bei denen entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. Bei Krebspatienten sind diese vor allem im Falle von Knochenschmerzen von Belang. Bei Nervenschmerzen ist hingegen die Anwendung von THC allein oder von THC in Kombination mit CBD ratsam.
 
Cannabidiol (CBD) bei Depressionen

Cannabidiol zeigte in verschiedenen Untersuchungen antidepressive Eigenschaften.Hierbei konnte nachgewiesen werden, dass Cannabidiol in den Hirnstoffwechsel eingreift und die Wirkung von Serotonin und Glutamat erhöht. Diese Wirkweise kann zu einer deutlich spürbaren Anhebung der Stimmung führen.
 
Cannabidiol (CBD) bei Ängsten
Cannabidiol ist eine wirksame Substanz bei Ängsten. Zum einen kann CBD das Auftreten von Ängsten unterdrücken. Zum anderen kann CBD das Vergessen oder Verdrängen von angstmachenden und traumatisierenden Erinnerungen erleichtern.Letzteren Effekt versucht man sich zum Beispiel bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) zunutze zu machen.
Bereits geringe Dosierungen scheinen bei Ängsten hilfreich zu sein. Eine Studie mit 49 Teilnehmern zeigte, dass bereits 30 mg CBD Ängste dämpfen kann.
CBD kann also bei akuten Angstzuständen hilfreich sein. Besonders wirksam scheint CBD besonders dann zu sein, wenn die Ängste durch negative Erinnerungen hervorgerufen werden.
 
Cannabidiol (CBD) bei Schlafstörungen
Ob Cannabidiol bei Schlafstörungen hilfreich sein kann, ist bis heute noch nicht abschließend geklärt. Bei bestimmten Personen kann CBD nämlich eine anregende Wirkung haben. Deshalb scheint CBD vor allem bei auftretender Tagesmüdigkeit hilfreich zu sein. Untersuchungen zeigen ebenfalls, dass CBD bei Durchschlafstörungen und bei Einschlafstörungen infolge von angstmachenden Gedanken und Erinnerungen hilfreich sein kann. THC scheint hingegen vor allem bei Einschlafstörungen, Albträumen und Schlaflosigkeit infolge von Schmerzen wirksam zu sein.
Zell- und genschützende Eigenschaften von Cannabidiol
Krebspatienten können noch aus einem weiteren Grund von der Einnahme von Cannabidiol oder Cannabidiol-haltigen Medikamenten profitieren. Für Cannabidiol konnte nämlich eine gewisse Schutzwirkung nachgewiesen werden. Zum einen schützt Cannabidiol das Erbgut durch eine Aktivierung des Enzyms CYP1A1.[21] Dieses Enzym kann dafür sorgen, dass potentiell erbgutschädigende Stoffe schneller ausgeschieden werden.
Cannabidiol könnte außerdem Nervenschäden durch Chemotherapeutika vorbeugen. Nervenschäden durch Chemotherapie sind gefürchtet und können im Rahmen einer Polyneuropathie zu bleibenden Einschränkungen und Beschwerden führen. Verschiedene Untersuchungen legen nahe, dass CBD Schäden an Nervenzellen abmildern oder verhindern kann.
 
Bei Krebs beachten:

Cannabidiol (CBD) kann den Appetit hemmen
Die Cannabinoide THC und CBD haben unterschiedliche Wirkungen auf den Appetit. THC kann diesen steigern. Daher wird THC-reiches Cannabis oder THC als Dronabinol bei Appetitlosigkeit und Abmagerung bei Krebspatienten eingesetzt. Reines CBD kann einen entgegengesetzten Effekt haben. Es kann den Appetit hemmen – eine Wirkung, die zunächst in Tierversuchen beobachtet wurde.Diese appetithemmenden Eigenschaften von Cannabidiol konnten mittlerweile auch beim Menschen beobachtet werden.
Bei Krebspatienten sollte der Einsatz von CBD-reichem Cannabis oder purem CBD sorgfältig abgewogen werden, wenn diese unter Appetitlosigkeit, Abmagerung oder Untergewicht leiden. Bei Krebspatienten kann ein Gewichtsverlust zur gefürchteten Tumorkachexie (starke krebsbedingte Auszehrung) führen. Die Tumorkachexie zählt zu den häufigsten Todesursachen bei Krebspatienten.
Auch andere mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Cannabidiol sollten vor der Einnahme beachtet werden.
 
Gut zu wissen:

Cannabidiol (CBD) kann Nebenwirkungen von THC dämpfen.Die beiden Cannabinoide THC und CBD haben unterschiedliche und zum Teil entgegengesetzte Wirkungen. So kann CBD verschiedene Wirkungen von THC dämpfen. Dazu zählen insbesondere seine appetitanregenden und psychoaktiven Wirkungen. Dies kann für Patienten interessant sein, die THC-reiche Cannabissorten schlecht vertragen. In diesen Fällen können CBD-reiche Cannabissorten (siehe unten) eine Option sein.

 
Zusammenfassung
Cannabidiol ist nach dem heutigen Wissensstand kein Wundermittel, das Krebserkrankungen erfolgreich bekämpfen kann oder die schulmedizinische Krebstherapie überflüssig macht. Untersuchungen zeigen zwar, dass Cannabidiol das Wachstum von Krebszellen in Zell- oder Tierversuchen hemmen kann. Diese Ergebnisse können jedoch nicht vorbehaltslos auf die Therapie von Menschen übertragen werden. Klinische Studien, die die Auswirkungen von Cannabidiol auf die Krebserkrankung von Menschen untersuchen, fehlen bis jetzt leider. Trotzdem könnten Krebspatienten vielleicht schon bald mit Cannabidiol behandelt werden. So hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde CBD als sogenannte Orphan Drug bei Glioblastomen eingestuft. Das bedeutet, dass neue Medikamente mit CBD ein verkürztes Zulassungsverfahren durchlaufen müssen. Experten schätzen, dass schon 2023 Medikamente mit CBD bei schwer therapierbaren Krebserkrankungen wie dem Glioblastom eingesetzt werden könnten.
Dennoch kann die Einnahme von Cannabidiol für Krebspatienten von Bedeutung sein. Cannabidiol eignet sich, um häufige Beschwerden und Nebenwirkungen, die während einer Krebserkrankung oder deren Therapie auftreten, zu behandeln. Dazu zählen insbesondere Knochenschmerzen, Angstzustände, Depressionen und Schlafstörungen. In verschiedenen Studien zeigte sich, dass die gemeinsame Einnahme von THC und CBD hilfreicher sein kann als die alleinige Einnahme von CBD. Dies gilt insbesondere für Schlafstörungen und Depressionen. Wer Beschwerden und Nebenwirkungen behandeln will, bei denen CBD hilfreich ist, kann daher zu CBD-reichen Cannabisblüten greifen. Dazu zählen Bediol granuliert, Bedrolite granuliert, Penelope (MCTK002) und Argyle (MCTK005). Diese Sorten können auch Patienten empfohlen werden, die Cannabisblüten mit hohen THC-Werten schlecht vertragen. Hohe CBD-Werte sorgen nämlich dafür, dass typische Nebenwirkungen von THC weniger auftreten.
Bei Krebspatienten, die unter Appetitlosigkeit oder Abmagerung leiden, sollte der Einsatz von Cannabidiol sorgfältig mit dem Arzt besprochen werden.

Quelle:

https://www.naturheilkunde-krebs.de/cannabidiol-cbd-bei-krebs/

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